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JA! in Amerika. Der unzensierte Reisebericht.

“Über den Wolken…”

Ich hatte es versprochen, ich habe es einige Male versucht und jetzt endlich ziehe ich es durch. Ich blogge aus meinem Amerika-Weihnachtsurlaub in Ali… Entschuldigung, Ala-bama bei meiner Mutter Shahin und meinen drei Halbbrüdern: Ricky (19 Jahre) und den Zwillingseinheiten (ich nannte sie beide einfach “Twin Units” weil ich sie nicht auseinanderhalten konnte) Reza und Robert (16 Jahre).

Mal sehen wie ausführlich mein Eintrag ausfällt… Na ja die Sache ist die: mittlerweile sitze ich schon wieder im Flieger nach Hause und bin nur noch drei Stunden von der Landung in Deutschland entfernt. (Gut, besser spät als nie bloggen, oder?) Da der US-Hansel vor mir seinen Sitz die ganze Zeit gekippt hat, habe ich kaum Platz zum Tippseln. Auch sonst ist dieser Heimflug definitiv einer der schlechteren Flugerlebnisse mit der verkackten Delta und ihren unansehnlich alten und unfreundlichen Flugbegleitern. Dabei sah es anfänglich so aus, als hätte man uns in die heilige Business-Class geupgradet, doch Pustekuchen. Warum das (Beinah-)Upgrade? Ja schaut ihr denn keine Nachrichten? Amerika ist fest in den eisigen Griffeln eines frostigen Blizzards mit Schnee, Eis, Schnee und noch mehr Schnee! Deshalb fiel unser erster Flug(termin) auch aus bzw. wurde verschoben und wir (meine Frau und Fee Judith ist natürlich auch dabei) durften erst heute fliegen. Ich sag’s euch: nicht gerade die beste Heimreise: In Huntsville, Alabama fiel unser Inlandsflug um 2 nach Atlanta aus und wir wurden auf den 1 Uhr Flug vorgebucht, der sich dann so verspätet hat, dass er später ging als die ursprüngliche 2 Uhr Maschine. Und was ne Maschine! Das Flugzeug war so klein wie ein 7,5 Tonner und wir saßen in der allerletzten Reihe direkt vor der Toilette. Seitdem bin noch noch mehr gegen Hühnerhaltung in Legebatterien! Die Judith nahm es als Vielfliegerin gelassen. Ich krieg aber dann doch irgendwie leichte bis mittelschwere Angstzustände, wenn schon beim Ausatmen der Platz knapp wird. Was soll ich sagen? Ich hatte eine so richtig erfrischende Panikattacke und war wirklich kurz davor loszuschreien, dass ich so schnell als möglich aus dieser Flugkonserve wieder aussteigen möchte. Ging dann aber doch irgendwie wieder. Muss ja, wie komm’ ich sonst nach Atlanta und dann zurück nach Stuttgart? War trotzdem eine Wahnsinnserfahrung, wenn’s einem durch den Körper fährt und man nicht weiß was zuerst passieren wird: die Ohnmacht oder der Schreikrampf und danach der komplette Gehirnklops-Shutdown. Wie gesagt, ging dann doch irgendwie.

In Atlanta waren wir dann gerade rechtzeitig am Gate zum Boarden (Zeit für Duty Free gab’s somit leider auch nicht), wo man uns dann wieder downgegraded hat von der Bussiness- zur Holzklasse. Ich hasse die Economyklasse! Ich hasse unfreundliche Stewardessen und ich hasse alte BoingBoings 767 300, wo zwar das Boardentertainmentprogramm nicht funktioniert, dafür aber irgendeine Fehlfunktion dauernd im ganzen Flieger nach der Stewardess bimmelt. Den ganzen Flug begleitet uns also ein mittlerweile liebgewonnenes “Bing-Bong”. Ich kann mich nur wiederholen: Worst flight back EVER.

Aber egal. Bald haben wir die Nacht übersprungen (Hallo Jetlag, wir sehen uns in ein paar Stunden) und haben wieder deutschen Boden unter unseren Füßen. Die Judith schläft selig neben während ich hiermit also mein Versprechen einlöse, bloggedieblogge und nebenbei die entspannt groovende “Joss Stone” in der iPod-App laufen habe… Witzig: “Blogging in the cloud” erhält hiermit eine ganz neue Bedeutung für mich. Doch… (dramatische Musik)

“Zurück zum Anfang!”

Unser Hinflug von Stuttgart nach Atlanta, Georgia war den üblichen Reiseumständen entsprechend gut. Wir sind nicht weiter nach Alabama geflogen sondern haben uns einen großen SUV bei Alamo als Leihwagen für die gesamte Zeit in den Staaten geholt und sind die Strecke (4 aufregende Stunden sich ans Amiautofahren auf 8-spurigen Highways gewöhnen) zu meiner Mama gefahren.

Dort angekommen gabs nochmal ne kleine (erste) familiäre Weihnachtsfeier mit Bescherung (Judith und ich hatten unsere ja schon vorgezogen) und Wiederannäherung an die Familienbande. Ich notiere: Mitgebrachte Milka- und Kinderschokolade aus deutschen Landen ist ein sehr guter Köder. Die Jungs haben die Schokoladentafel nur so inhaliert. Amerikanische Schokolade soll ja nicht so doll sein (weiß ich noch nicht, die mitgebrachte Hershey-Riegel liegen noch (!) unangetastet im Schrank und warten nur darauf von mir vermampft zu werden).

Am nächsten Tag gab’s ne (weitere) schön(e) amerikanische Weihnachtsfeier bei der netten Sandy, einer guten Freundin meiner Mutter in großer Runde und einem riesigen und reichlich bedeckten Essenstisch. Einfach herrlich, ganz so wie in den Hollywoodfilmen. Die Anja (nein, keine Deutsche) – Judiths Lieblinsfreundin – war auch mit von der Partie.

Was soll ich sagen, wer uns kennt weiß Bescheid: Die nächsten Tage bestanden nur noch aus Powershopping und Sightseeing von Malls, unserem heißgeliebten Walmart und immer wieder weiteren Shops. Da wir jetzt ja schon ein paar Mal dort waren, war ja auch der Drang nach echtem Sightseeing nicht mehr so groß. Das Meiste hat man einfach so nebenher mitgenommen auf dem Weg zum Shoppen und Essen in allen erdenklichen Fastfoodtempeln und Restaurants. Das hatten wir uns nämlich für diese Reise vorgenommen: in alle typischen US-Fastfoodketten zu gehen, die es bei uns nicht gibt und einfach alles zu probieren!

Wir waren bei Krystal Burgers, Five Guys, Taco Bell (ja, das waren sie, unsere Top 3), Chick-Fil-A (nur indirekt, einer meiner Brüder hat uns was mitgebracht weil er dort arbeitet), Quiznos (dort arbeitet Ricky, der älteste von meinen 3 Brüdern), Kentucky Fried Chicken, Ci-Ci’s Pizza (Zum Durchdrehen: All you can eat Pizza!), Logans (Steak-Restaurant wo es Gratis-Erdnüsse aus Eimern gibt!), Buffet 88 (so ein riesiges Buffet-China-Restaurant habe ich noch nie im Leben gesehen. Hat sogar super geschmeckt! Bin ja nicht so der Chinafan. Weder Restaurant noch Land, hrr hrr), T.G.I. Fridays, Ruby Tuesdays, The Maccaroni Grill und haben uns bei Domino’s Pizza und Papa Johns, mächtig lecker dick Pizza bringenlassen (Beste Pizza, einfach unerreicht!). Habe ich was ausgelassen? Na ja Krispy Kream Doghnuts und Cindys’s Cinnamon Rolls zählen wir mal zu Snackfood. Hat beides aber auch himmlisch geschmeckt. Hmm… ich habe ganz bestimmt schon wieder was vergessen, denn wir haben echt überall und eigentlich immer gegessen. Ah ja – ganz groß war diesmal: IHOP! Das International House Of Pancakes. Mein lieber Schollenheymer, war das lecker! *sabber* Schockoladenpancakes mit Sahne oder Pancakes mit Erdbeeren und Banane. Hmmrrr… ich krieg’ schon wieder Hunger. Wo wir nicht waren: Waffle House. Ist nich so sauber dort und so ne Lebensmittelvergiftung im Urlaub nervt ja bekanntlich.

Ansonsten ist uns ein Gassigang mit den beiden Hunden “Tilly” und “Kooshy” im Gedächtnis geblieben, der es echt in sich hatte: Gassigehen ist dort nämlich echt mühselig weil / wenn’s keine Bürgersteige hat und die beiden Hunde panische Angst vor Schnee (!) haben. Das war ein Spaß kann ich euch sagen! Und zwischendrin sprang auch noch ein Kalb von einem weißen Pittbullmonsterhund über seinen Zaun und ist uns gefolgt. Wenn es ein kleiner Hund gewesen wäre, wäre das ja nicht so schlimm gewesen, doch bei einem so riesigen Pittbull weiß man eben nicht ob er nicht irgendwann in den Angriffsmodus übergeht und uns alle vier zombiemäßig zerfleischt. Das waren wirklich bange Momente (vorallem weil unsere blöden Hunde wie am Spieß gebellt haben, diese lebensmüden Viecher).

Nebst Ausprobieren aller Fastfoodketten wollte ich auch alte Erinnerungen auffrischen und bin erneut zum NASA Space and Rocket Center um nerdige Raketenbilder zu schießen, einmal Books-A-Million und Barnes ‘n Nobles musste sein (beides Bücherladen mit Cafe-Anschluß) – nichts kaufen, sondern einfach nur die tolle Atmosphäre genießen und sich natürlich mit nem Kaffee in der Hand durch die unzähligen Regale mit Büchern wühlen. Einfach herrlich. Wer’s gemacht hat, weiß wovon ich spreche.

Natürlich habe ich es mir auch nicht nehmen lassen zur alten Wohnung meiner Mama zu fahren, um nochmal zu sehen, wo ich denn bei meinem ersten USA-Aufenthalt ganze drei Monate lang gewohnt habe: Brittany Point. Retroflashing pur! Ist immerhin auch schon bald sieben Jahre her.

Wir wollten eigentlich auch noch nach Chattanooga, kam aber immer was dazwischen. Einmal waren wir einen Tag lang krank, ein Tag Regen und dann das Schneechaos. Sollte wohl einfach nicht sein für dieses Mal. Nächstes Mal dann definitiv.

Dafür waren wir im Kino und haben uns “Tron Legacy” (kommt hier erst im Februar in die Kinos) in 3D angeschaut. Was für ein Wahnsinnsfilm mit einer Wahnsinnsfilmmusik! Da wir aber in der fünften Reihe saßen und ich voll und ganz im Film vertieft war und mit den 360° Vervolgungsjagdten der Speedbikes auf dem Grid regelrecht auf dem Rücksitze mitfuhr, wurde mir dann gegen Filmende total schlecht und ich musste, mal wieder mit völligem Gehirnklops, Schwindel und Schlechtigkeit aus dem Kinosaal um mich dann doch nur fast zu übergeben. Lame, ich weiß. Aber wer sitzt bei 3D auch schon in der verdammten fünften Reihe. Einmal und nie wieder.

Was herrlich war: Seinfeld lief auf zwei Sendern im TV und es gab immer Serien-Marathons (Dr. House, Weeds, usw.). Was nicht cool war: Im amerikanischen TV kommt wirklich alle 5 Minuten Werbung. Als Pay-TV-verwöhnte Fernsehzuschauer war das für uns natürlich ein Graus. Aber wenigstens war die verrückte Lokalwerbung aus Huntsville und Umgebung einfach nur köstlich amüsant. Hillbilly Galore!

Auch entfiel dieses Jahr die lästige Frage was man den am Silvesterabend anstellen könnte, da es uns diesmal einfach schon gereicht hat, in den Staaten zu sein. Meine Mutter hat ganz spontan eine Party geschmissen und es kamen Sandy und ihr Mann Dean und noch ein Päarchen (Lori und Alex). War ganz lustig. Wir haben Jenga gespielt, geredet und gelacht. Ohne den üblichen Druck ganz groß Party zu machen und an den aufregendsten Plätzen dieser Welt zu feiern, war es entspannt und nett. Entspannt und nett?! Und das mit 30? Ok, nächstes Jahr muss es dann wieder was Dickes sein. Paris, Mailand, New York wir kommen!

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: In der letzten Urlaubs-Woche brachte einer der Zwillingseinheiten eine selbstgebastelte menschengroße Puppe aus angemalter Unterwäsche (siehe Fotos!) mit aus der Schule weil die dieses Monstrum dort nach getaner Projektarbeit sonst auf den Müll geworfen hätten (hätten sie es doch nur getan!). Und von da an war “Mr. Marbles” wie ich dieses Scheusal getauft hatte, der köstlichgrausige Running Gag des Hauses, weil er einfach nur unheimlich war und einen immer wieder erschrecken konnte, wenn ihn jemand z.B. aufs Klo gesetzt hatte und man ging dann mitten in der Nacht ins Badezimmer um sich zugleich dann zu Tode zu erschrecken. Oder er lauerte im Schrank. Oder saß nachts alleine in der Küche. Mr. Marbles war einfach immer überall. Es war unheimlich. Mich gruselt es jetzt noch beim Schreiben dieser Zeilen. Und obwohl am Ende jeder schwörte ihn nicht bewegt zu haben, geisterte Mr. Marbles dauernd nachts alleine im Haus herum und wollte unsere Seelen stehlen. Ok, der letzte Teil war erfunden. Mr. Marbles gab’s aber wirklich. Und soweit ich weiß lebt er immer noch als neues Familienmitglied im Haus. Und stiehlt Seelen. Nicht! Oder doch? Aber nein… oder doch? *Gruseliger Blick in die Kamera*

Puh, also mehr fällt mir nun wirklich nicht mehr ein… Ich hänge unsere Fotos ja eh per Flickr-Slideshow vor den Artikel, da könnt ihr euch einfach selbst einen Eindruck machen. Und einen Film gibt es auch schon bald – bin schon fleißig am Schneiden und freu mich schon auf das Ergebnis. Is’ wieder total lustig geworden!

Fazit: Wir hatten eine wirklich tolle Zeit, es war ein wundervoller Urlaub und wir hatten ganze drei Wochen lang, sehr viel Spaß miteinander, meiner coolen Mutter und meinen drei supernetten Brüdern. Das lag natürlich auch an meiner crazysexycoolen Judith, mit der einfach alles so viel mehr Spaß macht, wenn wir es gemeinsam tun. Danke Judy!

Operation: Gelungener USA Urlaub – Accomplished! Wann geht’s zurück nach Huntsville?!

Update: Das dazugehörige Video ist HIER online!

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